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Das innere Kind und die perfekten Eltern, oder: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

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Was würdest du tun, wenn vor Dir ein ca. 3-jähriges Kind stehen würde? Das Gesicht tränenüberströmt, zitternd, mit ängstlich aufgerissenen Augen, aus denen dicke Krokodilstränen rollen??.....

Diese Frage stelle ich immer wieder in meinen Coachings und die Antworten kommen prompt und ohne lange zu überlegen:
mich zu dem Kind hinsetzen, anlächeln, es fragen was denn los sei, es in den Arm nehmen, bis es wieder gut ist, trösten, dabeibleiben, an die Hand nehmen, gemeinsam Lösungen finden, etc.

Einige äussern sich zurückhaltend, dass sie nicht recht wissen, was sie tun würden, aber alle, denen ich diese Frage stellte, waren sich einig: dieses Kind wird nicht allein gelassen, bis sich die Situation entspannt, es eine Lösung gibt!!!

Keiner konnte sich vorstellen, diesem Kind in dieser Situation zu sagen, dass es ja total blöd ist, dass es mit dem verheulten Gesicht unendlich hässlich aussieht, dass keiner es lieb hat, wenn es sich so verhält. Oder gar ihm zu sagen, dass es weggehen soll und erst wieder kommen darf ,wenn es wieder lacht, es anzuschreien, oder es wegzuschieben.

So unvorstellbar das klingt, aber genau so sieht unsere Realität aus.

Wir alle haben einen kleinen, verletzlichen Teil in uns. Unser „inneres Kind“, das sich manchmal ängstlich, mal traurig, mal voller Kummer oder wütend zeigt.

Mit diesem eigenen inneren Kind, also in Dingen die uns selbst betreffen, tun wir genau diese unvorstellbaren Dinge, scheinen wir unsere gesamte Sozialkompetenz zu verlieren.

Die Frage ist, warum ist das so?

Wir alle kommen mit der uressentiellen Angst auf die Welt, nicht geliebt zu werden. Als Säuglinge und Kleinkinder sind wir darauf angewiesen, dass sich jemand um uns kümmert. Wenn da niemand ist, der uns ernährt, uns wärmt und uns schützt, sind wir nicht in der Lage zu überleben. Wir sind von der Zuneigung und Fürsorge unserer Eltern abhängig. Unsere Eltern oder andere Betreuungspersonen haben ihren Job bei uns allen erfolgreich gemacht, sonst hätten wir nicht überlebt, die perfekten Eltern in dem Sinne gibt es meines Erachtens allerdings nicht. Ein Säugling äussert noch frei und vollkommen offen und ohne Zurückhaltung (das auch gerne laut) seine Bedürfnisse. Und wie wir Menschen sind, hatten so auch unsere Eltern und Bezugspersonen ihre Momente, in denen sie gestresst waren und in denen sie nicht in vollkommen objektiver Weise, mit der Ausstrahlung bedingungsloser Liebe auf uns und unser Verhalten reagieren konnten. So machten die meisten von uns schon als kleine Kinder Erfahrungen der Enttäuschung, Verletzungen, Zurückweisung. Und wir lernten so schon sehr früh unterschiedliche Überlebensmuster, um uns die Zuneigung unserer Bezugsmenschen zu sichern. Ein Kind hat so beispielsweise vielleicht gelernt, dass es sicherer ist, sich immer extrem lieb und angepasst zu verhalten, den Mitmenschen alle Wünsche bereits von den Augen abzulesen. Ein anderes wiederum hat erfahren, dass es gesehen, wahrgenommen und gelobt wird, wenn es Leistung bringt. Ein weiteres Kind hat gemerkt, dass es viel Zuneigung und Fürsorge bekommt, wenn es kränkelt und ein wiederum anderes Kind hat erkannt, dass da immer jemand nach ihm schaut, wenn es die Grossen immer nur eifrig genug beschäftigt dadurch, dass es kräftig gegen die Schienbeine anderer tritt.

Diese Überlebensmuster tragen wir bis heute in gewisser Weise weiter. Nur dass es nicht mehr darum geht, uns die Fürsorge und Zuneigung unserer Eltern zu sichern, sondern die Anerkennung der Gesellschaft und der Menschen um uns herum. Über Generationen hinweg steigt der Druck in der Gesellschaft, zu funktionieren. Und um funktionieren zu können, ist es oft nicht hilfreich unsere eigenen Bedürfnisse zu spüren und ihnen nachzugehen. Wir verlieren zunehmend den Kontakt zu uns selbst und unseren Wünschen und Bedürfnissen, und so kommt es, dass weiterhin unser inneres Kind meckert, schreit, weint und Angst hat, mit dem Unterschied, dass wir jetzt erwachsen sind, und zum Überleben selbst in der Lage.

Wie heilend wäre es doch, in Zeiten von Burn-Out, Depressionen, Schuldgefühlen, Ärger, Angst, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Übelkeit, Engegefühl in der Brust, Nervosität, Überempfindlichkeit, Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen, Magen-Darmproblemen die „perfekten Eltern“ an der Seite zu haben, die uns schützen und behüten, immer die richtigen Worte haben, die uns im Arm halten, uns trösten, uns küssen und bedingungslos lieben, uns an der Hand halten und mit uns gemeinsam nach Lösungen suchen, bis es uns wieder gut geht! Und deren Nähe und Liebe wir uns zu jeder Zeit, auch dann, wenn es uns gut geht, zutiefst sicher sein können....

Unsere Eltern haben in jeder Sekunde ihr Bestes getan, das Beste zu dem sie in der Lage waren! Dafür können wir dankbar sein! Wir haben „überlebt“, sind jetzt selbst erwachsen und brauchen niemanden mehr, der unser Überleben sichert, das können wir jetzt selbst. Und so haben wir jetzt die wunderbare Chance, uns selbst „perfekte Eltern“ zu sein. Unserem inneren Kind mit Wertschätzung und Achtung zu begegnen, für uns da zu sein, uns liebevoll zu beobachten und uns selbst bedingungslos anzunehmen und zu lieben, egal wie es uns geht und gerade dann, wenn wir es besonders brauchen. Ganz so, wie wir mit einem anderen kleinen Kind, das vor uns steht, umgehen würden. Erinnern wir uns öfter einmal daran! :)

Und: die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber es spricht auch nichts dagegen, wenn wir für das Jetzt und die Zukunft so tun, als ob wir schon immer die „perfekten Eltern“ gehabt hätten ;)

Alles Liebe,
Esther Bianca Schäfer



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